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Brennwerttechnik




Brennwerttechnik

Warmwasserheizungen werden mit Brennwerttechnik betrieben um den verwendeten Brennstoff effektiver zu nutzen und somit effizienter zu heizen. Brennwerttechnik kommt bei modernen Gas- und Ölheizungen zum Einsatz. Das Funktionsprinzip ist jedoch schon länger bekannt. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wies der Ingenieur Hugo Junkers darauf hin, dass Abgaswärme durch Kondensation nutzbar gemacht werden könne und hielt auf die Erfindung des ‚Flüssigkeitserhitzers' sogar ein Patent. Den technischen Durchbruch und die Serienreife erlangte die Brennwerttechnik jedoch erst in den 90er Jahren. Forciert wurde die Entwicklung nicht zuletzt durch die steigenden Öl- und Gaspreise. Der Unterschied eines Brennwertkessels zu konventionellen Heizkesseln liegt darin, dass der Brennwertkessel auch die Wärme nutzen kann, die bei der Kondensation von Wasserdampf in den Abgasen entsteht. Dadurch kann eine Steigerung der Effizienz um etwa zehn Prozent erreicht werden. Die so gewonnene Wärme führt zu einer Verringerung der Abgaswärme, sodass Heizungen mit Brennwerttechnik mit niedrigeren Abgastemperaturen befeuert werden können, als konventionelle Heizungen bei denen eine Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes vermieden werden soll. Die niedrigeren Temperaturen erfordern bei einer Umstellung auf Brennwerttechnik allerdings eine Sanierung des Kamins, um ein Rücklaufen von Kondensaten zu ermöglichen und eine Versottung zu verhindern.

Es gibt unterschiedliche Arten von Brennwertkesseln. Bei den gängigen Anlagen wird mittels eines Wärmetauschers die Abgaswärme auf den Heizungsrücklauf, also das von den Heizkörpern zurückfließende Wasser, übertragen. Damit die Abgase auf diese Weise weit genug gekühlt werden können muss die Temperatur des Heizungsrücklaufes entsprechend niedrig sein.

Eine aufwändigere Form der Brennwerttechnik ist die sogenannte Vollbrennwerttechnik, bei der zwei Wärmetauscher zum Einsatz kommen. Im ersten Wärmetausche kommt es zu einer Erwärmung des Heizungsrücklaufs durch die Abgase. Die Abgase werden erst in einem zweiten Wärmetauscher kondensiert. Wärmeträger ist hier Verbrennungsluft, die angesaugt wird. Die Vollbrennwerttechnik ermöglicht vor allem bei hoher Heizleistung einen effektiveren Brennwert und ist damit auch für die effektive Beheizung von Altbauten geeignet. Wer auf Brennwerttechnik umstellen möchte, sollte sich in jedem Falle an einen erfahrenen Betrieb wenden, da ein nicht fachgerechter Einbau schwere Feuchtigkeitsschäden im Bereich des Kamins zur Folge haben kann.

Grundsätzlich sind alle Heizungsanlagen auf Brennwerttechnik umrüstbar. Für eine effiziente Heizleistung empfiehlt es sich jedoch, die gesamte Heizungsanlage an die Brennwerttechnik anzupassen und sie möglichst genau auf den Wärmebedarf des Hauses auszurichten. Wird einfach nur der Kessel ausgetauscht und die benötigte Heizleistung grob geschätzt, fällt die energiesparende Wirkung einer Brennwertheizung oft mager aus und rechtfertigt kaum die für die Umstellung getätigten Investitionen. Auch aus diesem Grunde empfiehlt es sich, einen erfahrenen Heizungsinstallateur zu Rate zu ziehen.